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Museum Wendener Hütte - Mühlentag

  • 2026
  • WENDEN
  • MÜHLENTAG

Mühlentag- Flacher Raum

Vorweg - Ist das Kunst oder kann man das essen?

Für den Mühlentag im Museum Wendener Hütte präsentiert Tobias Post die interaktive digitale Lichtkunst „FLACHER RAUM“. Das Werk verbindet die gegensätzlichen Pole von Konkreter Kunst und informeller Malerei und basiert auf dem „postdigitalen Setzungsmodell“ des Künstlers.

Das postdigitale Setzungsmodell beschreibt Kunst als bewusste Entscheidung zwischen unterschiedlichen künstlerischen Kräften und Traditionen. Im Zentrum stehen dabei für Tobias Post drei Blickwinkel: Informel, Konkrete Kunst und Gegenständlichkeit. Zwischen spontaner Geste und klarer Ordnung entsteht ein Spannungsfeld, in dem sich Kunst bewegt. Das Digitale ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein selbstverständliches Werkzeug um Zeit, Bewegung und Interaktion in die Malerei zu integrieren.

POSTDIGITALES SETZUNGSMODELL

Die Bewegungen von „FLACHER RAUM“ wurden in einer eigens entwickelten Software „gemalt“. Dadurch fließen gestische, informelle Malerei und digitale Echtzeitkunst direkt ineinander. Grundlage des Werkes ist der Kontrast aus Kreis und Rechteck, aus runden und kantigen Bausteinen, die sich permanent verändern und neu ordnen.

IMPACT4PAINT - Software - Gestisches Malen

Ein zentrales Thema der Arbeit ist das Verhältnis von Fläche, Raum und Gegenständlichkeit. Durch die Interaktion mit den Besucherinnen und Besuchern wechseln die räumlichen Skulpturen zwischen flacher Bildfläche und erfahrbarem Objekt. Raum wird hier zur Voraussetzung für Gegenständlichkeit. Sobald Formen räumlich erlebbar werden, entstehen für den Künstler wirkliche Gegenstände. Der Betrachter erzeugt das Bild dabei nicht nur virtuell im eigenen Geist, sondern beeinflusst sichtbar die reale Erscheinung des Werkes selbst. Wahrnehmung spiegelt sich unmittelbar im Kunstwerk zurück.

Besonders spannend ist der Gegensatz zwischen analytischer Konstruktion und unmittelbarer sinnlicher Erfahrung. Die weichen, farbigen Formen wirken fast wie Fruchtgummis oder Süßigkeiten – direkt zugänglich, spielerisch und lebendig. Gleichzeitig eröffnet „FLACHER RAUM“ eine tiefere Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Raum und Interpretation. Das Werk kann einfach beobachtet und erlebt werden, lädt aber ebenso dazu ein, sich intensiver mit den eigenen Sehgewohnheiten und der Frage auseinanderzusetzen, wie Wirklichkeit und Gegenständlichkeit überhaupt entstehen.

Diese Skulpturen haben nicht nur eine wechselnde Erscheinung von flach und räumlich. Sie bestehen in einer Dualität von einer konkreten Kunstskulptur und trotzdem gleichzeitig einer denkbaren Gegenständlichkeit. IMPACT4SCULPT - Software - Animierte und bewegte konkrete Kunst Skulpturen Ein besonderer Dank gilt dem Team der Wendener Hütte für die tolle Vorbereitung, die Unterstützung und die Möglichkeit, diese immersive Lichtkunst in einem so besonderen historischen Umfeld zu zeigen.

Museum Wendener Hütte https://www.wendener-huette.de

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